Was nach meiner Ansicht diese psychischen Phänomene beweisen, ist, dass wir ein Doppelleben führen, dass wir gleichzeitig einer sogenannten materiellen, grobstofflichen Welt und daneben einer geistigen, feinstofflichen Welt angehören, ferner, dass die Geschehnisse keineswegs auf die Geschehnisse der materiellen Welt beschränkt sind. Das ist meine persönliche Überzeugung, die auf einem ein halbes Jahrhundert langem Studium dieser Tatsachen begründet ist. Es ist für mich eine absolute Gewissheit, dass der Mensch keineswegs an seinen physischen Körper hier gebunden ist oder an sein kurzes Erdendasein, sondern dass er ein viel breiteres, dieses Erdenleben überdauerndes Leben lebt, dass wir heute noch nicht ganz begriffen haben. Das heißt, wir wissen heute noch nicht, zu welchen Folgerungen wir gelangen werden, wenn diese Tatsachen wissenschaftlich durchforscht und die jetzt noch vorhandenen Rätsel gelöst sind. Wenn wir unser der geistigen, feinstofflichen Welt angehörendes Ich als Unterbewusstsein bezeichnen, so wissen wir, dass dort ungeahnte geistige Fähigkeiten schlummern, deren Wunderkraft wir zwar in der Hypnose und in Trancezuständen zu ahnen vermögen, die aber heute noch zum täglichen Gebrauch der Entfesselung harren. -- Alles dies sind Tatsachen, deren weitere wissenschaftliche Erforschung von der allergrößten Bedeutung auch für unser Wirtschaftsleben sein würde und viele Rätsel lösen würde, mit deren Lösung sich die orthodoxe Wissenschaft heute noch vergeblich den Kopf zerbricht.
Ich soll heute über das Thema sprechen: Gibt es ein Fortleben nach dem Tode, d. h. gibt es ein Fortleben der Persönlichkeit mit all ihre Erinnerungen, Tugenden und Schwächen in einem dem fleischlichen Körper völlig gleichartigen Feinstoff-Körper. -- Ich soll also aus den Ergebnissen meiner Forschung den Schluss ziehen, den viele als die Kernfrage der psychischen Forschung betrachten. -- Sie ist es nicht, aber eine absolute Gewissheit über diese Frage würde von so vitaler Bedeutung in ihren Nutzanwendungen für Menschheit sein, dass viele die psychische Forschung ausschließlich auf die Lösung dieser Frage angesetzt zu sehen wünschen.
| Spiritismus Verlag | 2002-03-24 |