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Die jenseitige Welt eine Wirklichkeit

Nun möchte ich die mir heute geboten Gelegenheit benützen, um zu allen denen zu sprechen, die mühselig und beladen sind und den Sinn ihres Erdendaseins nicht einsehen können. -- Aus tiefster Überzeugung, zu der ich durch 50jährige Forschungsarbeit gelangt bin, versichere ich, dass trotz allen Erdenkummers das Menschwerden das größte Gnadengeschenk Gottes ist, weil es die notwendige Vorstufe zu einem freieren, schöneren, reicheren Leben ist. -- In jedem Erdendasein, auch im ärmsten, liegt ein tiefer Sinn, eine heilige Mission. -- Wenn uns erst die Einsicht gekommen ist, dass wir hier durch Not und Kummer für ein späteres, besseres Leben geschult werden, dann werden wir auch den Mühseligkeiten dieses Lebens ein dankbares Verständnis entgegenbringen. -- Der Tod ist nur ein Szeneriewechsel, eine Wendung unserer Straße, auf der wir, in uns selbst unverändert, nur in einer anderen Richtung weiterschreiten. Das Jenseits ist genau so wirklich, wie das Diesseits, voller Tätigkeit, Einordnung und Entwicklungsmöglichkeiten.

Ich versichere ferner, dass wir mit unserer ganzen Persönlichkeit, mit all unseren Erinnerungen, Tugenden und Schwächen, in einem wirklichen Körper, der sich von unserer Erdenhülle nur dadurch unterscheidet, dass er aus einer feinstofflicheren Substanz besteht, unseren Erdentod überdauern und unser bisheriges Seelenleben völlig unverändert fortsetzen. Deshalb besteht auch die Möglichkeit nach unserem Ableben uns weiter mit unseren Erdenangehörigen zu verständigen, mit ihnen Erinnerungen auszutauschen und sie in ihren Lebensnöten zu beraten. Mit meinem im Kriege gefallenen Sohn Raymond stehe ich seit seinem Ableben all in ständigen Verkehr. Nur sein Grab in Flandern darf ich nicht besuchen, weil er behauptet nie darin gelegen zu haben.


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Spiritismus Verlag2002-03-24